In welchem Zustand hinterlassen wir den kommenden Generationen die Welt? Stellen wir uns diese Frage überhaupt noch oder befinden wir uns  bereits im „War Against Our Children“, wie es die Autoren Laurence Kotlikoff and Scott Burns   – zugegebenermaßen reißerisch – konstatieren?  Die Arena Analyse 2015 von Kovar & Partners widmet sich den vermeintlichen und realen Brüchen zwischen den Generationen, versucht die noch unter der Oberfläche liegenden gesellschaftspolitischen Verwerfungen ebenso aufzuspüren wie unorthodoxe Lösungsansätze für mehr Gerechtigkeit zwischen den Generationen.

Seit 2006 befragt Kovar & Partners gemeinsam mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ und nun auch mit der Tageszeitung „Der Standard“ jährlich einen ausgewählten Kreis von Expertinnen und Experten, um brisante Zukunftsthemen frühzeitig zu identifizieren. Wenn ein neues Thema plötzlich in der öffentlichen Debatte breiten Raum einnimmt oder scheinbar unvermittelt auf der politischen Agenda auftaucht, hat es oft bereits jahrelang unter der Oberfläche geschlummert oder sogar schon gebrodelt. Unter den Experten in den jeweiligen Disziplinen werden die Emerging Issues aber bereits diskutiert, weshalb sie durch gezielte Fragetechniken auch identifizierbar sind. Die Ergebnisse der ExpertInnen-Befragung fließen in eine politische Risikoanalyse ein, die einen Rundum-Blick auf die politische Arena von morgen liefert.

Die Kluft und die Brücken

Und tatsächlich zeigt sich, dass sich das Thema „Generationen“ in seiner Dimension nicht nur auf die Diskussionen um Bildung und Pensionen beschränkt, auch wenn diese beiden (Problem-)Felder in den Antworten der Experten und Expertinnen, die an der Arena Analyse teilgenommen haben, häufig genannt werden. Der Wunsch nach und, ja, auch die  Notwendigkeit von Brücken zwischen den Generationen stehen ebenso im Fokus der Beiträge. Die Teilnehmer des Panels  liefern außerdem Überlegungen dazu, was Ältere, Jüngere und die Sandwich-Generation dazwischen  voneinander lernen können und wie gelingende Lebensentwürfe künftig aussehen könnten.

Wer wählt mit Blick auf die Zukunft?

Viel Kopfzerbrechen macht auch die Frage, wie sich die Auswirkungen des demographischen Wandels auf  Wahlergebnisse und in der Folge auf politische Entscheidungen niederschlagen. Führt nicht die wachsende Zahl älterer Menschen zwangsläufig dazu, dass die Anliegen der Jungen einfach überstimmt werden? Die Vermutung, dass die Älteren bei Wahlen weniger zukunftsorientierter denken als jünger Wähler, dass sie nur noch sich selbst und die nahe Zukunft im Blick haben, liegt auf der Hand. Doch so einfach ist die Sache nicht, nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung könnte die Motivlage sogar genau umgekehrt sein.  „Nicht die viel diskutierte Rentnerdemokratie, sondern die kurzfristigen politischen Entscheidungen der jüngeren Generation stellen die Langfristorientierung der Demokratie vor eine Herausforderung“, sagte Jörg Dräger, der Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Die 19- bis 32-Jährigen folgen bei ihren politischen Entscheidungen demnach eher ihren individuellen Bedürfnissen, während Ältere hingegen aufgrund ihrer stabilen weltanschaulichen Verankerung bei Wahlen eine langfristige Perspektive einnehmen würden, besagt die Studie.

Wo die Bruchlinien entlang der Generationen tatsächlich verlaufen und in welchen Bereichen sie zu Erschütterungen führen können – dazu liefert die Arena Analyse 2015 wichtige Beobachtungen. Das Ergebnis steht ab sofort kostenlos zum Download bereit. Die Arena Analyse – „Generationen-Fairness“ wird im Frühjahr 2015 als Grundlage für „Re:think Austria“, dem  politischen Innovationslabor, das das Europäische Forum Alpbach gemeinsam mit Kovar & Partners und freims veranstaltet, dienen.    

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