Im Spitzensport und im Lobbying bekommen Sie keine Auszeichnungen für Sparsamkeit. Was zählt ist der Erfolg! Natürlich sind die verfügbaren Ressourcen immer begrenzt. Natürlich geht es darum aus vorgegebenen Möglichkeiten möglichst viel herauszuholen. Im Endeffekt zählen beim Sport und beim Lobbying nur Sieg oder Niederlage.

Effektivität geht vor Effizienz

Während andere Unternehmensfunktionen unter mehr oder weniger großem Druck stehen effizient zu arbeiten, stehen Public Affairs Manager und Lobbyisten in erster Linie unter Erfolgsdruck. Daher geht es bei der Evaluierung von Public Affairs Leistungen primär um die Einschätzung von Erfolgspotenzialen und Erfolgsaussichten, um die Risiken und Chancen. Der Beitrag zum Unternehmenserfolg bzw. die Kosten, die durch Public Affairs Maßnahmen vermiedenen werden können sind erheblich. Schließlich kann eine Gesetzesänderung einem Unternehmen oder einer ganzen Branche massiv helfen oder ihre Existenz in Frage stellen.

Diesem Nutzen den Lobbyisten erbringen stehen Personalkosten, Kosten für Gutachten und Beratung und Overheads gegenüber. Kosten die erheblich, aber im Vergleich den Ausgaben für Marketing, Produktion und Infrastruktur immer vergleichsweise gering sind.

Warum der Aufwand für Lobbying untersucht wird?

Dessen ungeachtet müssen auch Kosten für Public Affairs budgetiert und daher vorab eingeschätz werden. Durch die Transparenzdiskussion der letzten Jahre kommt noch eine zusätzliche Motivation für die Evaluierung der Lobbying-Ausgaben hinzu. Die Öffentlichkeit und im Fall des österreichischen Lobbyinggesetzes, die Behörde interessieren sich für die getätigten Lobbying-Ausgaben.

Unternehmen, die Unternehmenslobbyisten beschäftigen und daher unter die Registrierungspflicht fallen, haben jährlich bekannt zu geben, ob im letzten Geschäftsjahr mehr als Euro 100.000,- für Lobbying ausgegeben worden sind. Anzugeben sind von den Unternehmen nicht die konkreten Beträge, sondern lediglich, ob die Schwelle überschritten wird oder nicht.

Wie berechnet man die Lobbying-Ausgaben?

Das Gesetz sieht keine weiteren Angaben zur Berechnung des Aufwands vor. In registrierungspflichtigen Unternehmen wird man daher eine Methode festlegen müssen, um zu ermitteln, ob der jährliche Aufwand für Lobbying Euro 100.000,- überschreitet oder nicht.

Kovar & Partners haben daher für diese im Lobbyinggesetz vorgesehene Evaluierung eine Empfehlung ausgearbeitet und diese Empfehlung veröffentlicht. Zusammenfassend wird die folgende Vorgangsweise bei der Bewertung für Unternehmen empfohlen:

  1. Beurteilung der Registrierungs- und Meldepflicht
  2. Erste Schätzung, ob der Aufwand für Lobbying Euro 100.000,- deutlich über- oder unterschreitet
  3. Ermittlung des konkreten Aufwands
    • Anteilige Personalkosten der Inhouse-Lobbyisten
    • Anteilige Personalkosten anderer am Lobbying beteiligter Mitarbeiter und Organe
    • Beratungskosten
    • Zahlungen an Interessenvertretungen

Bewertung des Nutzens, der durch Public Affairs und Lobbying entsteht

Während sich die Öffentlichkeit offensichtlich nur für die Ausgaben interessiert, wird man im Unternehmen  vor allem die Frage nach dem wirtschaftlichen Nutzen des Public Affairs Managements stellen. Dabei gilt der gleiche Grundsatz, wie für alle Bewertungsaufgaben. Der Grad der Zielerreichung kann nur beurteilt werden, wenn vorab ein Ziel definiert worden ist. Damit wird sich auch der Nutzen über den Mehrwert bzw die vermiedenen Kosten abschätzen lassen.

Und noch eine Parallel gibt es zum Sport: Wie bei jeder Teamsportart, werden Sie zwar Erfolge feiern können, aber diese Leistung kaum einem Einzelnen Player zurechnen können. Im Endeffekt kommt es nämlich auf die gemeinsame Leistung des ganzen Teams an – im Sport genauso wie beim Lobbying.

               cta-empfehlung-unternehmen                                                       

         cta-empfehlung-verbaende





photo credit: wstera2 via photopin cc