Investoren und Konsumenten mit immer mehr Wahlmöglichkeiten strafen rücksichtslose Unternehmen ab. Man will deren Produkte nicht haben. Deren Aktien können nur mit Risikoabschlag verkauft werden.

Im Endeffekt werden asoziale Praktiken zunehmend ausgehungert. Das gilt für einzelne Unternehmen, aber auch für ganze Marktwirtschaften. Ist das die humanistische Frohbotschaft, dass ab sofort zuerst die Moral und dann erst die Gier kommt? Bisher wurde ja von Marktskeptikern unterstellt, dass Moral auf Märkten nichts verloren hätte. Natürlich waren Vertrauen und Sicherheit immer schon Erfolgsfaktoren. Was sich verändert hat? In prall gefüllten Märkten und vor dem Hintergrund einer sehr schnellen Kommunikation, wirken sich Reputationsdefizite einfach stärker aus.

Compliance Management ist eine Aufgabe für Public Affairs Manager

Wenn das so ist, dann sollten die Organisationen, die bisher noch nicht gewährleisten können, dass ihr Management und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesetzestreu und integer handeln, es sehr schnell lernen. Wirtschaftsstandorte, die schon bisher unter Korruption und Vetternwirtschaft gelitten haben, werden auf einer globalen Wirtschaftskarte endgültig zur Peripherie. Ökonomisch gesehen gab und gibt es keine schlimmere Strafe für korrupte Regionen als das Etikett „Bananenrepubliken“.

Können Manager aber überhaupt etwas dazu beitragen, dass ihre Mitarbeiter integer und Entscheidungen ethisch vertretbar sind? Man kann! In vielen Unternehmen wird bereits daran gearbeitet. Aufbauend auf dem Qualitätsmanagement eines Unternehmens kann man mit  Schulungen und verbindlichen Arbeitsrichtlinien Maßstäbe setzen und die Praxis gestalten.

So funktioniert Korruptionsbekämpfung 2.0!

Diese nächste Stufe der Korruptionsbekämpfung kann nur von der Politik und der Wirtschaft gemeinsam gezündet werden. Während die Politik Gesetzgebung nachvollziehbarer, partizipativ und lesbarer machen kann, können Unternehmen informieren, schulen und dabei die Regelungen für alle Mitarbeiter und Organe quasi übersetzen und die Einhaltung im Unternehmen forcieren.

Compliance ist ein Thema für alle Lobbyisten – und auch für Parteimanager

Überraschend ist für viele, dass dieses Thema nicht nur große und kleine Unternehmen etwas angeht. Auch in Sportvereinen und Parteien gibt es Handlungsbedarf. Auch diese Organisationen können gewinnen, wenn sie sicherstellen können, dass die Funktionäre und Aushängeschilder gesetzestreu handeln. Oder sie können viel verlieren, wenn das nicht gelingt. Dann schwindet der Ruf, die Zahlungen von Sponsoren und die Wähler bleiben aus und die Abwärtsspirale beginnt sich immer schneller zu drehen. Compliance und Integrität sollten daher – schon im Eigeninteresse – auch für politische Organisationen, Kampagnen und Vereine ein Thema sein. Partei-, Vereins- und Public Affairs-Manager sollten dafür Sorge tragen.

Transparency International legt dem Wiener Parlament und der österreichischen Wirtschaft ein Compliance Paket vor

Eine Arbeitsgruppe von Transparency International in Österreich hat dazu gearbeitet und jetzt ein Konzept vorgelegt, wie Unternehmen und Staat in den nächsten Jahren vorgehen sollten. Das Papier liegt jetzt vor. Die Umsetzung kann beginnen. Politik und Public Affairs Management sind gefordert den Ruf des Wirtschaftsstandorts und der einzelnen Organisationen zu pflegen. Den kann man nicht erkaufen, aber mit den richtigen Maßnahmen erwerben.


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Informationen zum Compliance Management von Kovar & Partners finden Sie unter:
http://www.publicaffairs.cc/qualitat-und-compliance/