Kampagen-Tool für Grassroot-Bewegungen und Wahlkampagnen

Wie haben wir früher eigentlich so richtig krachende Parties organisiert? Eine Location aufstellen, ein paar Freunde fragen, die ihre Plattensammlung und Bier, aber vor allem Freundinnen, Freunde und deren Freundinnen und Freunde mitbringen. Das ging doch. Damals sogar ohne SMS, E-Mail und Whatsapp. Und sogar ganz ohne Handy!

Mit geht’s aber besser. Genau da setzt die webbasierte Softwarelösung NationBuilder an. NationBuilder ist ein Tool für Public Affairs, Advocacy und alle Formen von politischen Kampagnen. Wenn Sie für Ihr Movement also schon fleißig einen Blog schreiben und Content Marketing betreiben, zusätzlich facebooken, rund um die Uhr mit Buffer twittern, retweeten was das Zeug hält und inklusive Xing und LinkedIn in einem halben Dutzend sozialer Netzwerke aktiv sind – spätestens dann sollten sie sich mit NationBuilder auseinandersetzen. Und wenn Sie noch nicht so weit sind, aber trotzdem dringend die Welt verändern wollen, dann erst recht.

Kontakte der Kontakte mobilisieren

NationBuilder wirbt damit, dass man sein Vorhaben zu einer politischen und gesellschaftlichen Bewegung weiterentwickeln kann. Als Public Affairs- oder Kampagnen-Manager kann man Kontakte fragen, ob sie mithelfen wollen und ihre Kontakte und die Kontakte dieser Kontakte zu mobilisieren. Prinzipiell also genauso wie früher legendäre Parties organisiert worden sind, nur viel, viel größer. Mit diesem Tool können wenige hundert Menschen, aber auch Millionen in Bewegung gesetzt werden.  Mit NationBuilder können politische Anhänger und ehrenamtliche Helfer gezielt angesprochen und rekrutiert werden, Spenden gesammelt, verwaltet und Veranstaltungen organisiert werden.  Die Daten sind alle miteinander verknüpft und durchsuchbar.

„Tausend  E-Mails auf gut Glück zu verschicken  ist super, aber 200 Menschen gezielt anzusprechen ist noch viel effektiver“, betonte Edward Rawlinson,  Business Development-Direktor von  NationBuilder, in der vergangenen Woche in Wien, wo er Vortragender bei der ersten Campaign Lecture bei Kovar & Partners in Wien zu Gast war. Der Aufbau der Plattform bedient sich gängiger Tools: CMS, CRM für die Verwaltung der Datenbank sowie eines Email-Programms. Das Credo von NationBuilder lautet: „Ihre Anhänger können selbst zu Aktivisten werden.“

Kampagnen wie Obama organisieren

Die Techniken, für die der Obama-War-Room unter Campaignern berühmt geworden ist, stehen damit zu erschwinglichen Preisen jeder Kampagne zur Verfügung – von lokalen Bürgerinitiativen bis zu landesweiten Wahlkampagnen:  Wer 5000 Leute in seiner Datenbank hat und 1000 E-Mails verschickt, ist um 29 US-Dollar pro Monat dabei. 50.000 Kontakte und 10.000 E-Mails kosten monatlich 99 Dollar und um 499 Dollar kann man immerhin 250.000 Kontaktdaten verwalten und 50.000 E-Mails in Umlauf bringen.

Bisher war NationBuilder in den USA, Kanada und Großbritannien schon sehr erfolgreich. Das Team von NationBuilder wächst zur Zeit alle paar Monate um 100 Prozent. Eric Garcetti, der amtierende Bürgermeister von Los Angeles, hat 2013 seine Wahlkampagne mit NationBuilder organisiert –  und gewonnen, obwohl er deutlich weniger Spendengelder für seinen Wahlkampf gesammelt hatte als die anderen Kandidaten. Die Scottish National Party setzte im Wahlkampf im Jahr 2011 auf NationBuilder als Kampagnen-Tool und gewann völlig unerwartet die Mehrheit im schottischen Parlament. Und die Gegner des Bürgermeisters von Toronto, der beim Crack-Rauchen gefilmt worden war, formieren sich ebenso mittels NationBuilder.

Jetzt geht es darum diese Techniken auch am Kontinent in politischen Kampagnen einzusetzen und spezifisch europäische Erfahrungen zu sammeln. Schließlich ist man sich bei  NationBuilder dessen bewusst, dass Kampagnen extrem davon abhängig sind, in welchem gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld sie realisiert werden.  So könnten  Angaben über die Religionszugehörigkeit in Europa ebenso auf Ablehnung stoßen , wie Details darüber, für welche Organisation man wieviel spendet – beides wird meist als Privatsache betrachtet.

Und die beste Software ist sinnlos, wenn die Tools nicht in Offline-Resultate umgemünzt werden. „Die Ergebnisse müssen in der realen Welt ankommen und messbar sein“, sagt Rawlinson.  Ein Gradmesser für politische Kampagnen sind immer noch die Wählerstimmen, die sich in Prozent und Mandaten niederschlagen. Die anschließende Wahlparty mit NationBuilder zu organisieren, ist dann nur noch ein Klacks.


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