Einer von mehreren Produktionsstandorten eines Unternehmens soll geschlossen werden. Öffentlicher Widerstand ist vorprogrammiert. Dasselbe Unternehmen hat bereits eine negative Reputation als „Arbeitsplatzvernichter“, der in Billiglohnländer abwandert. An einem anderen Standort war der Widerstand von Gewerkschaften, Bevölkerung und Politik so groß, dass die Stilllegung abgeblasen und auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste.

  • Genaue Zieldefinition: Was ist wichtiger – eine gute Presse oder eine erfolgreiche Werksschließung? Wenn es hart auf hart geht, muss im Vorhinein klar sein, welche kurzfristigen Nachteile in Kauf genommen werden, und welche nicht.
  • Die Ziele lauten in diesem Fall: Ermöglichen der Schließung – Minimieren der Widerstände und der negativen Schlagzeilen – Schutz der Marke vor negativen Einflüssen – Erhalt der Region als Absatzmarkt.
  • Big-Bang-Strategie: Die Schließung wird rasch und zügig abgewickelt, um die Phase der Unsicherheit für alle Beteiligten möglichst kurz zu halten.
  • Involvieren aller Betroffenen: Politik, Behörden, Mitarbeiter werden trotz hohem Tempo nicht überfahren, sondern korrekt informiert – das erfordert eine Vielzahl von zeitlich präzise geplanten Gesprächen und eine größere Gruppe von Kommunikatoren.
  • Nachträgliches Erringen der Deutungshoheit: Erst als die Aufregung abebbt, werden ohne Druck, aber mit Geduld und Zähigkeit die Sachargumente platziert: Argumente für die Schließung und den Standort an die Politik. Informationen über das (nun anderswo produzierte) Produkt an Handel und Kundenzielgruppen.

 

Fallstudie_Produktionsstandort